In Algeciras angekommen fuhren wir zum Supermarkt Carrefour und Lidl zum Einkaufen. Zu unserem Erstaunen hatten beide geschlossen. Es ist Freitag nach Weiberfastnacht also in Spanien Feiertag. Wir haben uns bei MC Donalds Essen geholt und beschlossen auf dem Supermarkt Parkplatz zu Übernachten. Jetzt schnell bei Carrefour noch einkaufen und dann zum Campingplatz Monte Gordo.
Vorher noch schnell im Intermarche einkaufen gehen, tanken und dann ab nach Alcoutim. Der Weg ist ja nicht weit von Monto Gordo. Hier gab es nur noch einen Stellplatz an der Straße, trotzdem er vollbesetzt war war er doch recht ruhig. Gegenüber auf der anderen Straßenseite auf dem Hügel wohnen Ziegen und Schafe die alle mit einem Glöckchen bekleidet sind. Es hört sich an wie im Allgäu.
Wir sind, fasziniert von der Natur, über die Höhen spaziert immer mit Blick auf den Grenzfluß Rio Guadiana. Von Gaby und Jürgen vom roten Camping Bus haben wir über Facebook gehört, das Pomarao weiter nördlich ebenfalls am Fluß gelegen ein Besuch wert ist. In Pomarao waren wir noch nicht. Die Hinfahrt von Alcoutim war schon ein Genuss.
In Pomarao kann man oberhalb oder unterhalb entlang des Flusses stehen. Wir standen erst unterhalb des Flusses neben einer Gruppe Holländer und Deutschen, aber das war uns irgendwann zu laut. Es ist ein schmales Tal, die Lautstärke ist hier extremer. Pomarao ist nur ein kleiner Ort den man schnell durchstreift hat. Am Ausgang des Ortes an der Brücke wo man rüber nach Spanien gehen kann gibt es auch ein nettes Lokal. Wir haben bei Maria erst mal einen Kaffee und Kuchen bestellt und uns fürs Abendessen angemeldet. Während des Essen lernten wir ein holländisches Ehepaar kennen die uns von ihren Reisen viel erzählten.
Wir sind hier nur eine Nacht geblieben, wir wollten wieder ans Meer. Porto Covo ist der Lieblingsort von uns in Portugal. Die Fahrt von Pomarao nach Porto Covo ist landschaftlich wie unser Bergisches Land. Während der Fahrt geht der Blick über Hügel, grüne Wiesen und Felder.
Da wo es Wasser gibt, sei es Flüße, Seen oder auch nur Tümpel überall dort gibt es jede Menge Störche. Hochspannungs- und Sendemasten dienen als Nestumterlage./
Die Stadt Porto Covo zeigt sich wieder von ihrer besten Seite. Kostenfreier Stellplatz, tolles Meer und wunderschöne Buchten. Hier gibt es die schönsten Gehäuse von Weichtieren überhaupt. Es gibt sie auch in rötlichen gelblichen Farbtönen.
Wir haben hier auch unsere Womo Bekannten Jürgen und Gaby von camping-bus.de wiedergetroffen. Wir hatten uns seit unserem netten Treffen in Marokko, an den Sanddünen der Sahara, nicht mehr gesehen. Das Restaurant Miramar konnte sich freuen, wir haben sie abends besucht um hier zu essen. Wir bestellten alle vier Portugiesischer Fischeintopf und den Vinho Verde. Wir blieben noch einen Tag um dann höher in den Norden zu kommen.
Schweren Herzens haben wir uns von Porto Covo verabschiedet aber wir mußten ja weiter, da wir am 22.03. 2014 einen Termin in Nordspanien haben. Wir wollten nach Fatima, einen Ort der von Porto Covo 258 km entfernt ist. Der Weg dorthin ergab nichts aufregendes. Fatima ist ein bedeutender Wallfahrtsort wo Anfang des 20. Jahrhunderts die Mutter Gottes drei Hirtenkindern erschienen ist.
Genau an dieser Stelle wurde später eine Pilgerstätte mit einer riesigen Basilika und einem 65 m hohen Zentralturm errichtet, die von Millionen Menschen aus aller Welt besucht wird. Der Ort verfügt über viele Parkplätze aber auch Stellplätze sind vorhanden. Da wir morgen weiter fahren wollten haben wir uns direkt zur Besichtigung aufgemacht. Wir sahen Gläubige die über den Knien zur Erscheinungskapelle rutschten.
Dort wo wir mit unserem Wohnmobil standen gibt es keinerlei Ver-und Entsorgung. Es gibt einen speziellen Stellplatz mit Entsorgung den wir aber nicht gefunden haben. Beim Castelo von Porto de Mos hofften wir auf einen Stellplatz. Wir hatten von Fatima aus nur eine kurze Strecke zu fahren. Der Weg war aber sehr hügelig es ging rauf und runter.
Zur Burg ging es auf einer recht schmalen Straße zwischen Häusern hoch. Eine tolle Aussicht gab es von oben. Da wir zur Mittagspause ankamen blieb es bei der Außenbesichtigung mit darunter liegendem Friedhof. Da uns der Stellplatz nicht wirklich zusagte sind wir weiter zu unserem letzten Stopp in Portugal gefahren.
Über die Autobahn waren wir schnell am Badeort Barra am Aveiro Kanal. Den Stellplatz kannten wir noch vom letzten Jahr. Hier steht man am Kanal wo man kleine und große Schiffe bei der Ein- und Ausfahrt beobachten konnte.<7p>
Wir machten uns direkt auf zum Sandstrand gingen in das uns bekannte Restaurant und tranken einen Espresso oder waren es zwei? Endlich waren wir wieder beim Meer es war herrlich. Wir gingen über die Mole bis zur Hafeneinfahrt. Suchten einen Bäcker auf und machten es uns in unserem Wohni gemütlich. Auch hier blieben wir nur eine Nacht.
Unser nächster Übernachtungsplatz ist ein Stellplatz auf Camping as Cancelas in Santiago de Compostela der Pilgerstadt. Der Platz ist zwar nicht gerade billig hatte dafür alles was man braucht und in einem ordentlichen Zustand. Von hier ist es zwei km bis zur Altstadt. Wer die Strecke nicht zu Fuß gehen möchte es fährt auch ein Bus mit Haltestelle vor dem Platz. Letztes Jahr als wir hier waren regnete es bei Ankunft auf dem CP in Strömen und hörte bis zu unserer Abfahrt nicht mehr auf. Aus diesem Grund freuten wir uns in diesem Jahr bei bestem Wetter hier zu sein.
Am nächsten Morgen zogen wir dann los in die Altstadt zur Besichtigung der Kathedrale über dem Grab vom Heiligen Jakobus in Santiago. Auch das Pilgerbüro wo der Wanderer seine Compostela erhält haben wir uns angeschaut. Es gibt noch viele großartige Bauwerke in Santiago welche man sich anschauen kann, uns reichte ein Bummel durch die schnuckeligen Sträßchen der Altstadt.
"Costa da morte" die "Küste des Todes" haben wir letztes Jahr wegen schlechtem Wetter ausgelassen. Dieses Jahr wollten wir die Küste besuchen. Wir hatten uns als Start "Muxia" ausgesucht, 75 km von Santiago entfernt, ob wir da auch die Nacht verbringen, werden wir sehen. Der Ausblick im Hafen von Muxia über das Meer, den Leuchtturm einfach herrlich. Bevor man zum Küstenbereich vordringt liegen rechts zwei größere Parkplätze.
Sandstrand und Hafen sind schnell erreicht. Bei weniger Trubel könnte ich mir eine Übernachtung durchaus vorstellen. Bevor wir uns die Gegend etwas genauer ansahen haben wir im Womo erstmal Kaffee getrunken. Die Felsklötze die zum Schutz der herannahenden Brecher dienen laden zum Klettern ein. Die nahe Kirche war geschlossen, ein Feuer hat Teile der Kirche zerstört. Zur Wiederherstellung wird vor dem Eingang der Kirche um Spenden aufgerufen.
Wir fahren weiter nach Süden zum übernachten an das Cabo Tourinan der westlichste Punkt Spaniens. Die letzten vier km fuhren wir auf einer schmalen Strasse bis zum Ende der Halbinsel an Tourinan vorbei. Landschaftlich wurden aus Kiefernwäldern flache Heide, die jetzt im Frühjahr beim Wandern ganz schön pikste.
Bevor man den Leuchtturm am Ende der Strasse erreicht hat, hat man vorher die Möglichkeit im Ort an der Kirche zum Strand rechts runter zu fahren. Nach dem Sonnenuntergang sind auch die letzten PKWs verschwunden. Am nächsten Morgen so gegen acht Uhr hörten wir draussen viel Gemurmel, da wir ja nichts verstanden wußten wir ja nicht wer es war und wie sie aussahen.
Bei einem Blick aus dem Fenster sahen wir Gestalten in Taucheranzügen. Einige waren noch beim umziehen andere schon unten am Meer und pflückten etwas von den Klippen was es war sahen wir nicht. Wir machten schnell ein paar Fotos und verschwanden dann.
Auf dem Weg nach Cabo Finesterre kamen wir immer wieder an Ortschaften mit besonders schönen Horreos den Getreidespeichern und kleinen Badebuchten mit den besten Sandstränden vorbei.
Manche Jakobspilger pilgern nach erreichen von Santiago de Compostella noch die 64 km nach Finisterre um dort am Leuchtturm die Wanderstiefel ins Meer zuwerfen und die Pilgerklamotten zu verbrennen.
Hier ist auch das Ende des Jakobweges das mit dem Markierungsstein "Null" markiert ist. Auch hier haben wir einen schönen Übernachtungsplatz gefunden. Abschließend können wir jetzt schon behaupten, das uns die Küste Nordspaniens besser gefällt als die Mittelmeerküste.
Bevor wir jetzt endgültig zu unseren Womo Bekannten Jürgen und Gaby auf dem Stellplatz in der Nähe von Sanxenxo stoßen, suchen wir uns noch einen Schlafplatz. Auf geht's zu Las Dunas.
Bei Oliveira soll es ein Dünenungeheuer geben welches wir unbedingt besichtigen wollten. Auf Laufstegen durch Heide muß man 800 m gehen um den Rand der Düne zu erreichen und dann darf man noch nicht einmal hinauf, ist Naturpark und verboten.
Wenn man es trotzdem wagt zahlt man eine hohe Strafe wenn man erwischt wird. Ohne das Meer zu sehen sind wir retour zu unserem Womo. Es gab noch einen schönen Abend bei viel Ruhe.
Bis zu unserem Termin am Samstag haben wir noch drei Tage Zeit. Wir schauten uns jetzt noch eine Besonderheit an und dann gings ab nach Saxenxo zum Stellplatz Besadoiro.
Beim Dolmen de Axeitos sind wir schnell, er ist eine 6000 Jahre alte Grabstelle, mit einer Eingangshöhe von 2,30 m.
Auf dem Stellplatz angekommen machten wir es uns erst einmal gemütlich, lernten Christin und Thomas von Vollzeitreisen.de kennen und begrüßten Gaby und Jürgen mit Bella die wir zuletzt in Porto Covo, Portugal gesehen haben.
Wir hatten auf dem schön gelegenen Stellplatz eine tolle Zeit und freuten uns auf die gemeinsame Besichtigung der beiden Bodegas die unterschiedlicher nicht sein konnten.
Ein tolles, leckeres spanisches Essen mit verschiedenen Weinen rundeten das erlebte ab.
Mit diesem gestrigen Tag hat umsere fast dreimonatige Reise einen wunderschönen Abschluß bekommen. Wir haben nette Menschen kennengelernt, uns ausgetauscht, durch Informationen viel gelernt, gutes Essen genossen und so manche Flasche Wein leer gemacht. Danke Jürgen, danke Gaby das ihr uns mitgenommen habt.